Mistelblüte und Mistelbeeren am grünen Ast
13. März 2027

Mistelsammeln – zwischen Magie und Medizin

9:20–16:20 UhrLobetal59 €
15 Plätze frei
1
Zurück zu den Terminen

Zwischen Mythologie und moderne Wissenschaft

Heute, in diesen Seminar, stellen wir unsere eigene Medizin her – denn die Natur ist unsere Apotheke.

Und gerade die Mistel eignet sich hervorragend dafür, selbst ein schönes immunstärkendes Präparat herzustellen. Denn sie hat es wirklich in sich: eine außergewöhnliche Heilpflanze mit einer langen Tradition und einem ganz besonderen Platz in der Pflanzenheilkunde.

Neben dem Sammeln der Mistel von verschiedenen Wirtsbäumen – denn natürlich gehen auch die Heilkraft und die Energie des jeweiligen Baumes in die Mistel über – werden wir vor Ort unsere eigene spagyrische Medizin herstellen.

Dafür verarbeiten wir die Mistel direkt draußen in der Natur und veraschen einen Teil von ihr am Lagerfeuer. So verbinden wir traditionelles Pflanzenwissen, praktische Arbeit und das unmittelbare Erleben der Pflanze miteinander.

Immunsystem

Und gerade zur Unterstützung des Immunsystems oder in der begleitenden Krebstherapie hat die Mistel einen ganz besonderen Stellenwert. In der anthroposophischen Medizin wird sie seit Jahrzehnten intensiv eingesetzt, und dazu gibt es heute zahlreiche Studien sowie einen großen Schatz an praktischer Erfahrung. Für mich ist sie deshalb eine der spannendsten Heilpflanzen überhaupt – und genau deshalb lohnt es sich, ihr draußen in der Natur einmal ganz bewusst zu begegnen.

Mythologie

Ob Donarbesen, Drudenfuß, Geißechrut, Hexennest oder Vogelchrut – wie immer man sie auch nennen möchte: Die weißbeerige Mistel (Viscum album) gehört seit alters her zu den außergewöhnlichsten Heilpflanzen überhaupt und galt besonders bei den Kelten als eine der heiligsten Pflanzen.

Das hat ganz sicher auch mit ihrer Signatur und ihrem außergewöhnlichen Erscheinungsbild zu tun. Denn kaum eine andere Pflanze wächst so eigentümlich kugelförmig hoch oben in den Baumwipfeln, blüht mitten in der Winterzeit von Januar bis Ende April und trägt ihre weißen Früchte ausgerechnet zur Adventszeit.

Botanik

Und sie lässt sich Zeit. Die Mistel wächst relativ langsam und blüht erst nach etwa fünf Jahren. Erst im zweiten Jahr bildet sich der erste verzweigte Spross mit den schmalen, ledrigen, gelbgrünen Blättern. Eine Mistel mit einem Durchmesser von einem halben Meter kann durchaus schon 30 Jahre alt sein.

Sammeln

Besonders spannend wird es in der Pflanzenheilkunde durch ihren Wirtsbaum. Je nachdem, auf welchem Baum die Mistel wächst, entfaltet sie unterschiedliche Eigenschaften, die wir uns in der Naturheilkunde gezielt zunutze machen können. Genau deshalb ist es so wertvoll, die Mistel selbst in der Natur zu sammeln. Denn beim gekauften Mistelkraut wissen wir häufig gar nicht mehr, von welchem Wirtsbaum es stammt – für die praktische Pflanzenheilkunde ist genau das aber ein wichtiger Unterschied.

Wir alle kennen die Mistel natürlich auch aus „Asterix und Obelix“. Dort braucht der Druide Miraculix sie unbedingt für seinen Zaubertrank, der übermenschliche Kräfte verleiht. Fast könnte man sagen: Nach moderner phytotherapeutischer Betrachtung passt dieses alte Bild erstaunlich gut zu einer Pflanze, die den Organismus in seiner Widerstandskraft unterstützt.

Moderne Medizin

Auch die Pharmakologie hat sich intensiv mit der Mistel beschäftigt. Zahlreiche Untersuchungen beschäftigen sich mit ihrer Wirkung auf das Immunsystem und ihrer Rolle als begleitende Anwendung in der Onkologie. Neben einer unspezifischen Immunstimulation wurden für Mistelpräparate unter anderem entzündungshemmende, antivirale und zytotoxische Wirkungen untersucht. Eine wichtige Rolle spielen dabei Inhaltsstoffe wie Mistellektine, Viscotoxine, Flavonoide, Terpenoide, Alkaloide und Amine.

Auch eine DNA-stabilisierende Wirkung, insbesondere im Zusammenhang mit Belastungen während und nach einer Chemotherapie, wurde in Studien untersucht und beschrieben. Gleichzeitig sind viele der alten, klassischen Anwendungen des Mistelkrautes heute fast vollständig in Vergessenheit geraten.

Und genau dieses Wissen möchte ich mit euch wieder lebendig machen.

Darum treffen wir uns jedes Jahr im März zu einem ganz besonderen Tagesseminar draußen in der Natur. Wir suchen die Mistel gemeinsam an ihren natürlichen Standorten, lernen ihre verschiedenen Wirtsbäume kennen und schauen uns ihr Wesen, ihre Signatur und ihre Anwendung in der traditionellen wie auch modernen Pflanzenheilkunde ganz genau an.

Und natürlich bleibt es nicht bei der Theorie: Wir werden die Mistel gemeinsam sammeln und sie anschließend direkt vor Ort zu einer spagyrischen Essenz verarbeiten.

Für mich ist das einer dieser Tage, an denen Pflanzenwissen wieder genau dort lebendig wird, wo es hingehört: draußen in der Natur, mit den eigenen Händen, Augen und Sinnen Medzinwissen

Treffpunkt

Lobetal Dorf bei Berlin

Mitbringen

Warme und wetterfest Kleidung und Schuwerk, Sitzunterlage wie Isomatte, Essen & Trinken, Gartenschere, Messer, Stoffbeutel 6-6 Stück, Stift & Block